Kiefergelenkstörung / CMD

Definition Kiefergelenkstörung / CMD

In der Zahnmedizin und Osteopathie werden Sie als Craniomandibuläre Dysfunktion / Kiefergelenkstörung (CMD) bezeichnet. Durch diesen Begriff (Cranium= Kopf; Mandibula= Unterkiefer; Dysfunktion=Funktionsstörung) wird die Komplexität des Krankheitsbildes deutlich. Es wird nicht nur das Kiefergelenk behandelt, sondern es wird der gesamte Schädel mit den dazu gehörigen Verbindungen berücksichtigt. Diese Verbindungen können faszial, nerval, knöchern oder auch psychisch sein. Somit wird der gesamte Körper in die Behandlung einbezogen.

John Martin Littlejohn, von A.T.Still inspiriert, entwickelte ein Denkmodel bei dem der Kiefer bis hin zum Becken eine bewegliche Einheit bildet und sich gegenseitig beeinflußt. Dies bedeutet, dass Funktionsstörungen im Bereich des Kauapparates zu Fuß, Rücken und Beckenschmerzen führen können. Diese Folgereaktion kann jedoch auch andersherum ablaufen. Funktionsstörungen des Beckens und der Füße können Schmerzzustände im Gesichtsschädel und in den Schulter / Nackenbereich auslösen, und somit eben auch eine CMD verursachen.

Symptome

Es können viele sehr unterschiedliche Symptome ein Hinweis auf eine CMD sein.

• Kopfschmerzen ( Schläfenschmerz, Hinterhauptschmerz)
• Kieferschmerzen, Kaugeräusche, nächtliches Knirschen, Pressen (Bruxismus)
• Gesichtsschmerzen , Trigeminusneuralgien
• Ohrengeräusche / Schmerzen, Tinnitus, chronische Nasennebenhöhlenentzündung
• Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkungen der Schulter
• Wirbelsäulenprobleme bis hin zum Bandscheibenvorfall
• Herzrhythmusstörungen, Sodbrennen, Blasenentzündungen

Entstehung

Ursächlich können folgende Punkte sein.

• Kieferorthopädische- und zahnärztliche Behandlungen, Bissstörungen
• Funktionsstörungen der Halswirbelsäule, des Schultergürtels, Störungen in der Körperstatik
• Zähneknirschen und Pressen (Bruxismus) führen zu Störungen in der Kaumuskulatur
• Traumata wie Stürze und Schläge auf das Gesicht
• Stress und emotionale Belastungen

Therapie einer Kiefergelenkstörung

Die Therapie der „Craniomandibulären Dysfunktion“ setzt sich aus zwei maßgeblichen Bausteinen zusammen – der osteopathischen Behandlung und der zahnärztlichen Versorgung. Mithilfe der Osteopathie kann der Therapeut zunächst sämtliche, körperliche Blockaden und Funktionsstörungen lösen, so dass sich Ober- und Unterkiefer des Patienten wieder in einer optimalen Position zueinander befinden.

Direkt im Anschluss erfolgt die Behandlung durch den Zahnarzt. Dieser nimmt einen Abdruck der oberen und unteren Zahnreihe und fertigt hieraus eine individuelle Aufbissschiene. Durch regelmäßiges Tragen kann sie die den Fehlbiss langfristig korrigieren.
Die osteopathische Korrektur der Bisslage bildet somit die Grundvoraussetzung für eine richtig eingestellte Aufbissschiene und damit für eine erfolgreiche Behandlung der „Craniomandibulären Dysfunktion“.

Ziele der osteopathischen CMD Behandlung

• Schmerzreduktion / Kopfschmerzbehandlung
• Verbesserung der Gelenkfunktion und muskulären Dysfunktionen im Bereich des Kauapparates,
der Halswirbelsäule und des Schultergürtels
• Optimierung der Verhältnisse im Bereich Kopf, Nacken und Schultergürtel